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Nachrichten aus dem Kreisverband

Gisela Kehrer-Bleicher, Kreisrätin der Tübinger Linken

Gisela Kehrer-Bleicher, Kreisrätin der Tübinger Linken

Wohnraum und Mobilität für alle

Wohnungsmangel und ungebremst steigende Mieten sind in allen Städten und Gemeinden im Kreis eines der wichtigsten Themen. Deshalb war es eine gute Nachricht, als die Kreisbaugesellschaft ein neues Wohngebäude in Mössingen mit bezahlbaren Mietwohnungen fertigstellen konnte.

Durch kostengünstiges Bauen sind dort Mieten zu 6,22 Euro pro Quadratmeter möglich. Seit langem hatten wir gefordert, dass die Kreisbau ihrer Verpflichtung nachkommt und bezahlbare Mietwohnungen schafft, anstatt vorwiegend in teure Eigentumswohnungen zu investieren. Wir begrüßen diese Neuausrichtung und unterstützen die Kreisbau gerne bei weiteren Projekten für bezahlbaren und flächenschonenden Wohnraum. Dazu braucht es aber sicher noch mehr, vor allem eine Bremse bei den in die Höhe schießenden Bodenpreisen. Die Kommunen können darauf einwirken, indem sie Bodenbevorratung betreiben und Baugrundstücke nicht mehr verkaufen, sondern in Erbpacht vergeben.

Ein weitere soziale Verpflichtung muss in diesem Jahr endlich umgesetzt werden: die kostenfreie Schülerbeförderung als Teil der Lernmittelfreiheit., die es z.B. in Bayern bereits gibt. Die Kreistagsfraktionen von CDU, FWV FDP und AfD haben im Haushalt 2020 eine Reduzierung der unsozialen Schülertickets verhindert. Klar, das Land muss die Mittel dafür bereitstellen, aber wir müssen auch hier im Kreis gemeinsam handeln und die Entlastung der Familien von den hohen Fahrtkosten endlich voranbringen.

Große Anstrengungen und neue Wege braucht es auch für Klimaschutz und Mobilitätswende. Wir brauchen nicht nur die Regionalstadtbahn, sondern auch weitere Maßnahmen, die es den Menschen ermöglichen, unkompliziert und sozial verträglich unterwegs zu sein. Zukunftssicher und vernünftig wäre ein landesweiter Verkehrsverbund. Zunächst sollten wir wenigstens dafür sorgen, dass der Naldo mit seinen verkrusteten Strukturen verbessert wird.

Erste Schritte können eine Reduzierung der komplizierten Waben- und Tarifstruktur sein, hin zu einem einheitlichen Verbundtarif, und ein 365-Euro-Ticket. Luxemburg hat es vorgemacht. Dort wird nicht nur vom Klimaschutz und Mobilitätswende geredet, seit diesem Monat ist der Nahverkehr im ganzen Land für alle ticketfrei! Es wird Zeit, dass wir auch im Landkreis gemeinsam neue Wege gehen. CDU und Grüne sollten dafür sorgen, dass die dafür notwendigen Finanzen vom Land bereitgestellt werden.