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Nachrichten aus dem Kreisverband

Foto: Alexander Gonschior
Dr. Emanuel Peter

Dr. Emanuel Peter, Stadtrat, Rottenburg

Wohnen neu denken

Mehrheitlich hat der Gemeinderat zwei Neubaugebiete im „beschleunigten Verfahren“ (§13b BGB) auf 7,5 Hektar beschlossen. Sie vernichten dauerhaft mehrere landwirtschaftlich gute Böden. Grüne, die Linke und Teile der FaiR stimmten deshalb dagegen. Die Flutwelle im Ahrtal zeigt: Eine weitere Flächenversiegelung ist unverantwortlich.

Einfamilienhäuser lösen keine Wohnungsnot und beseitigen nicht die schweren Fehler von CDU und FDP in der früheren Wohnbaupolitik: Jedes Jahr fallen mehr Mietwohnungen aus der Sozialbindung heraus als neue gebaut werden. Auch der Wohnungsverkauf von Instone Real Estate an Aberdeen Standard und andere Kapitalanleger (DHL-Gelände) beendet die Mietspekulation nicht, sondern zeigt deutlich: Wir brauchen neue Wege für preiswerte Mietwohnungen, altersgerecht und barrierefrei.

Mehrstöckiger Mietwohnungsbau auf kommunalen Flächen sollte prinzipiell in Erbpacht stattfinden, da Flächen endlich sind. Die Bruttowohndichte von 80 Einwohnern pro Hektar statt nur 62 (Oberndorf) und 53 (Schwalldorf) ist überall einzuhalten. Für den Wasser- und Flächenschutz gehört der Mogel-Paragraph 13b abgeschafft.

Mietwohnungsbau gehört in kommunale oder genossenschaftliche Hände, um die Spekulation im Wohnbau zu beenden. Wohnen ist ein Menschenrecht. Für diese Ziele ist die kommunale Wohnbau Rottenburg personell und finanziell zu stärken. Eine kommunale Wohnbörse könnte Mehrgenerationenprojekte unterstützen.

Viele Einfamilienhäuser werden oft nur von einer Person bewohnt. Die WBR könnte alle Leerstände erfassen. Durch gemeinsame Sanierung/Renovierung in Partnerschaften von Hausbesitzern und Wohnungssuchenden kann neuer Wohnraum entstehen, und betagte Besitzer müssen nicht aus-/ umziehen. Ein Fonds nützt beim Umbau älterer Gebäude und Wohnungen, denn gerade Ältere schrecken vor den Antragsverfahren für Gelder usw. zurück.

All das macht auch unsere Teilorte attraktiv und stärkt die Zusammengehörigkeit. Es gibt viel zu tun, um die Wohnungsnot zu lindern – packen wir’s gemeinsam an!