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Nachrichten aus dem Kreisverband

Dr. Emanuel Peter, Kreisvorstand

Unterstützung für den Journalisten-Streik

Wie beim Schwäbischen Tagblatt, so streiken bundesweit die Journalisten drei Tage lang. „Selten haben so viele Redakteure gestreikt wie dieses Mal, selbst in den neuen Bundesländern“, erklärte mir ein Journalist. Bereits Anfang Mai gab es Streiks in 30 Zeitungshäusern. 200 waren es bei der WAZ-Mediengruppe, 150 bei der Süddeutschen Zeitung. Grund für diesen Aufruhr: Die Medienunternehmer wollen sich an die Spitze der Lohndrückerei stellen, sie fordern 15 Prozent Lohnsenkung bei fest angestellten Redakteuren, ein gesondertes „Tarifwerk II“ bei Neueinstellungen, das im ersten Berufsjahr 350 Euro weniger, im siebten sogar 900 Euro weniger als momentan gültig vorsieht.

Dabei haben die Medienunternehmer seit Jahren durch Leiharbeit, Outsourcing und Stellenabbau die Arbeitshetze verschärft und wollen jetzt die Arbeitszeit von 35,5 auf 40 Stunden heraufsetzen. Da bleibt keine Zeit mehr zum eigenständigen Nachfragen, Nachforschen und Nachdenken. Deshalb gefährdet der Angriff der Unternehmer auf den Tarifvertrag nicht nur die soziale Existenz von Journalisten: Wer will mit diesen Arbeitszeiten und Löhnen noch eine Familie gründen?

Es ist auch ein Angriff auf die Pressefreiheit in unserem Land. Denn unabhängige, objektive Berichterstattung ist wesentlich mehr als ein Umschreiben von Texten aus Nachrichtenagenturen oder Online-Redaktionen. Deshalb erfordert der Journalisten-Streik die Solidarität aller Beschäftigten gegen weiteres Lohndumping in unserem Land und die Solidarität aller Leser, die eine sachlich umfassende, kritische Presse und mehr als Sonntagsreden von Regierungen in einer Zeitung erwarten.

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