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Nachrichten aus dem Kreisverband

Foto: Alexander Gonschior
Dr. Emanuel Peter, Linke-Kreisrat

Dr. Emanuel Peter

Tübingen wird abgehängt

Deutschland-Takt heißt das neue Prestige-Projekt der Bahn. Damit sollen Nah- und Fernverkehr im Halbstundentakt besser verbunden und die Fahrgastzahlen auf 260 Millionen Personen verdoppelt werden. Solch ein integrierter Taktverkehr besteht in der Schweiz seit 30 Jahren. Doch für eine klimafreundliche Verkehrswende und den Bahnknoten Stuttgart ist das eine Fata Morgana: Künftig haben Fahrgäste von Tübingen nach Mannheim 20 Minuten, nach Karlsruhe sogar 27 Minuten Wartezeit in Stuttgart. Von Stuttgart mit der Gäubahn über Horb nach Zürich besteht ebenso wenig ein Halbstundentakt wie zu den Großstädten Darmstadt, Mainz und Nürnberg.

Noch leugnet der Bahnvorstand (mal wieder) sein Desaster, doch die Bundesregierung bestätigt bereits die Befürchtungen. Grund sind Fehlplanungen der Bahn mit Stuttgart 21 und dem Tiefbahnhof. Er lässt wegen der geringen Zahl an Zulaufstrecken und der Verknappung von 16 auf acht Gleise im Tiefbahnhof diesen Taktverkehr gar nicht zu!

Jahrelang hatte die Bahn versucht, mit Arriva und Schenker zu einem internationalen LKW-Speditionskonzern an der Börse aufzusteigen. Jetzt besteht die "Verkehrswende" von Verkehrsminister Scheuer nach seinem Maut-Debakel darin, Autobahnspuren für LKWs anstatt wichtige Bahnstrecken zu elektrifizieren.

Der Ausbau der Gäubahn und die Sanierung von über 2000 maroden Bahnbrücken werden weiter verschleppt. Doch die Klimazerstörung erzwingt den schnellen Umstieg vom Individual- auf den öffentlichen Verkehr, die Verlegung des Frachtverkehrs von den Highways auf die Schiene. Statt einer Börsenbahn brauchen wir eine Bürgerbahn zugunsten von Pendlern, Reisenden und Natur! Dabei ist ein landesweites Schülerticket (wie in Berlin seit 1.August) ein guter Einstieg in einen gebührenfreien ÖPNV.

Man könnte ihn finanzieren durch das überzeugende Konzept "Umstieg S21". Es bringt eine Kosteneinsparung von etwa fünf Milliarden Euro (Gutachten von Vieregg-Rössler, 2017). Zugleich wird das klimaschädlichste Investitionsprojekt beendet, das bis 2050 etwa 5,6 Millionen Tonnen CO2 verursacht, den Boden versiegelt und die Luft mit Feinstaub verseucht (von Loeper, Aktionsbündnis Umstieg). Die Zeit ist reif für eine Verkehrswende mit einer klimafreundlichen Bürgerbahn, einem kostenlosem ÖPNV und dem Umstieg S 21 jetzt!