Nachrichten aus dem Kreisverband
Schulversagen
Nein, es geht nicht um die Versetzung Ihrer Kinder. Es geht um die Note "mangelhaft" für die Schulplanung der Stadt. Im Juli hat der Gemeinderat mehrheitlich den umstrittenen Ausbau der Carl-Joseph-Leiprecht-Schule (CJLS) zur Gemeinschaftsschule abgesegnet. Keines der Probleme ist gelöst, deshalb stimmte Die Linke dagegen.
Die Schülerzahl wird um ein Drittel steigen und die prekäre Verkehrssituation im Weggental verschärfen. Ursache ist der Dornröschenschlaf der Stadt: Ausbau mehrerer Wohngebiete, Besucher im Gefängnis, sechs Kita-Gruppen in Sankt Michael plus CJLS: Die Anwohner werden's spüren, egal ob die 160 Schüler mehr mit Auto oder zu Fuß kommen.
Noch schlimmer ist die Verschleppung der Schulplanung. Seit Jahren sprechen Stadt und CJLS laut Rektor Müller nicht über die Entwicklung der weiterführenden Schulen in der Stadt, zur Gemeinderats-Klausur war die CJLS nicht eingeladen. Es geht uns nicht um eine "Blockade" von Privatschulen, es geht uns darum, eine schädliche Konkurrenz um Schüler zu vermeiden, wenn die Schülerzahlen sinken.
Jahrelang blockierte die alte Landesregierung eine regionale Schulentwicklung, um ihr dreigliedriges Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert zu retten. Die Eltern stimmten mit den Füßen ab, CDU-Bürgermeister auf dem flachen Land treten für Gemeinschaftsschulen ein, damit sie ihren Schulstandort halten können. In Rottenburg sollten neben Ergenzingen auch Hohenberg und Kreuzerfeld in Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden, mit verschiedenen pädagogischen Schwerpunkten. Das war Konsens im Gemeinderat. Doch plötzlich will Kreuzerfeld Realschule bleiben: Verfehlte Stuttgarter "Sparpolitik" und Rottenburgs Verschleppung von Sanierung und Umbauten trugen dazu bei. Jetzt spielt sich die CDU als Verteidigerin von Realschulen und "freier Schulwahl" auf, um die Gemeinschaftsschulen auszuhebeln. Dieses Chaos geht auf Kosten von Schülern, Lehrern und Eltern.
Gemeinschaftsschulen bieten Abschlüsse auf allen Niveaus (Haupt-, Realschule und Gymnasium), ermöglichen individuelle Förderung für jeden und sind die einzige Chance, möglichst viele Standorte zu erhalten. Deshalb müssen sie in Rottenburg gemeinsam geplant und großzügig mit Personal und Geld unterstützt werden - im Interesse von Kindern, Eltern, Lehrkräften!

