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Nachrichten aus dem Kreisverband

Foto: Alexander Gonschior
Dr. Emanuel Peter, Stadtrat, Rottenburg

Dr. Emanuel Peter, Stadtrat, Rottenburg

Nachhaltige Umkehr

Fridays for future, viele Initiativen gegen Flächenfraß (Horb-Ahldorf, Talheim, Lautertal, Reutlingen, Stuttgart) und der erfolgreiche Bürgerentscheid gegen ein Gewerbegebiet Galgenfeld haben zu neuer Achtung von Natur und Landwirtschaft geführt. Die geplante Versiegelung von über 70 Hektar in Eutingen/ Baisingen gefährdet die Existenz von Landwirten und erhöht die Abhängigkeit von Discountern. Sie gefährdet die Versickerung von Grundwasser (Bronnbachquelle), erhöht die Hochwassergefahr (Oechsner in Ergenzingen), verschlechtert die Lebensqualität durch weniger Frischluft und mehr LKW-Verkehr. Heimat und Zusammengehörigkeit kommen sprichwörtlich unter die Räder.

All das wegen Luftschlössern von drei Bürgermeistern: Sie bräuchten neue Gewerbeflächen, obwohl 52 von 110 Hektar noch frei sind (Regionalplan). Sie bräuchten mehr Gewerbesteuer, obwohl die Stadt sich weigert, 800000 Euro mehr einzunehmen: Um anderen Kommunen Betriebe abzujagen, wird der Hebesatz nicht auf den Landesdurchschnitt angehoben. Sie ersetzen Artenvielfalt von Pflanzen und (Zug-) Vögeln auf dem Flugfeld durch zerstückelte Ausgleichsflächen an viel befahrenen Straßen.

Corona zeigt: Der veraltete Wachstumswahn von „Immer mehr, schneller, höher“ (sprich: die Rendite) hat versagt! Der Raubbau an der Natur (nicht nur die Brandrodungen im Regenwald Brasiliens für Soja- und Fleischexport nach Europa) gefährdet Existenzen und Gesundheit. Er führt durch Zerstörung von Lebensräumen in immer kürzeren Abständen zu Viren-Pandemien. Er trifft zuerst die Ärmsten, dann Besserverdiener. Wir müssen unsere Arbeits- und Lebensweise ändern: Böden, Wasser und Luft sind unsere Lebensgrundlage. Dafür brauchen wir eine qualitativ gute, nachhaltige Entwicklung (Willy Brandt), die nur so viel verbraucht, wie nachwächst. Mensch und Natur hängen untrennbar und global voneinander ab. Unsere Lebensqualität fängt hier und heute an. Nur so sichern wir auch die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Nachhaltige Umkehr heißt Information aller Bürger/innen und öffentliche Diskussion statt Geheimabsprachen.