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Nachrichten aus dem Kreisverband

Dr. Emanuel Peter, Stadtrat der Linken, Rottenburg

Kleinod Rottenburg

Das Unternehmen Imakomm hat 1300 Betriebe über neue Gewerbeflächen befragt. Nur 148 Betriebe haben geantwortet. Nicht einmal die Hälfte davon will sich in den nächsten Jahren "verändern". Die Studie errechnet daraus als "Mittelwert" einen Flächenbedarf von 30 bis 35 Hektar. Diese Betriebe erwarten von der Stadt weniger Gewerbesteuern, mehr Parkplätze und schnelleres Breitband. Zusammen mit den Erschließungskosten für neue Gewerbeflächen - egal, ob Galgenfeld, Ähneshalde oder Baisingen - wird dies die Stadt viel Geld kosten und noch mehr Verkehr anziehen. Versprochen werden uns mehr Arbeitsplätze, weniger Pendler und mehr Gewerbesteuern. Alles ungedeckte Schecks! Wollen wir dafür wirklich unsere intakte Natur mit Naherholung, unsere (Bio-)Landwirtschaft und Flächen unwiederbringlich versiegeln und opfern?

Rottenburg ist im Neckartal ein Kleinod, das viele Menschen anzieht, Einwohner und Touristen. Unsere Stadt hat sich mit mehr (zum Teil preiswertem) Wohnraum, sanierten Schulen, neuen Kitas, der Stadtbibliothek und bald einer neuen Volkshochschule gut entwickelt. Die Verbesserung der sozialen Infrastruktur schafft Gemeinsamkeit und Identität. Dies sollten wir weiterentwickeln, indem wir den ÖPNV stark verbessern, Kitas und Ganztagsangebote an Grundschulen ausbauen. Denn auch mehr Einwohner - Rottenburgs Wohnbaugesellschaft (WBR) rechnet bis 2025 mit 3.500 Neubürgern - bringen der Stadt mehr Geld (kommunaler Finanzausgleich) und mehr Konsum.

Es ist Zeit, den Irrglauben an grenzenloses Wirtschaftswachstum "Immer schneller, höher, besser" abzulegen. Die Wirtschaft ist kein Selbstzweck (zum Vorteil einer kleinen Minderheit), sondern hat dienende Funktion und ist den Bedürfnissen von Mensch und Natur unterzuordnen. Im Interesse aller Einwohner braucht unsere Stadt eine qualitativ gute und nachhaltige Entwicklung: Sozial und ökologisch sind zwei Seiten derselben Medaille. Die Zerstörung von Natur ist lokal und global unverantwortlich, nicht nur an bedrohten Südsee-Inseln.