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Nachrichten aus dem Kreisverband

Dr. Emanuel Peter, Linke-Stadtrat, Rottenburg

Flüchtlinge menschenwürdig aufnehmen

Kürzlich das Super-Angebot im Rottenburger Kaufland: 10 Rosen nur 1,95 Euro. Herkunftsland: Äthiopien. Wahnsinn im wahren Wortsinn: Äthiopien und viele afrikanische Länder leiden unter absolutem Wassermangel. Die Aufzucht einer Rose verbraucht fünf Liter Wasser. Vorwiegend niederländische Konzerne exportieren aus Kenia pro Jahr 80.000 Tonnen Rosen nach Europa. In Schwarzafrika sind nur 3,8 Prozent der Ackerflächen bewässert. Mit einer von Regen unabhängigen Bewässerung könnten die Ernten dreißig Mal höher sein und von 50 Kilo auf 1.500 Kilo pro Hektar steigen. Aber große europäische Konzerne graben einheimischen Bauern das Wasser ab, die afrikanische Bevölkerung leidet an Durst und Hunger – und flieht. In Ägypten verklagt der französische Konzern Veolia die Regierung, weil der Mindestlohn von 41 auf 72 Euro im Monat (!) erhöht wurde.

Warum wundern wir uns über die aktuelle Flüchtlingswelle aus Afrika? Sie wird nicht nur durch Kriege, sondern durch Gier nach Profit von den Industriestaaten verursacht. Und von religiösen Fanatikern ausgenutzt, skrupellosen Schlepperbanden stopfen brüchige Boote mit Hunderten Flüchtlingen voll, seit der Jahrtausendwende sind ca. 23.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Bequem ist es - wie in Altingen - die Opfer dieser Politik anzugreifen, statt die Verantwortlichen anzuklagen. Solange die Lebensbedingungen in Afrika nicht grundlegend verbessert werden, muss Europa die Flüchtlinge menschenwürdig aufnehmen und mit Sprachunterricht und Arbeitsangeboten integrieren. Das ist das Gebot der Stunde.

 

Dr. Emanuel Peter, Linke-Stadtrat, Rottenburg

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