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Nachrichten aus dem Kreisverband

Dr. Emanuel Peter, Linke-Stadtrat, Rottenburg

Erzieherinnen wertschätzen!

Erzieherinnen "kümmern sich um das Wertvollste in unserer Gesellschaft, um unsere Kinder". So begründete Ernst Blinzinger (IG-Metall) seine Unterstützung für dem Warnstreik, dem in Tübingen 500 Erzieherinnen aus 53 von 57 Kitas folgten. Obwohl sich die Anforderungen an sie seit 1991 stark erhöht haben, wurden die Tätigkeitsmerkmale für das Berufsbild nicht angepasst. Seit dem Orientierungsplan, in Rottenburg seit 2008 gültig, ist das alte Berufsbild einer "Betreuung" in Kitas hinfällig. Denn der Plan verlangt schriftliche Entwicklungsberichte, eine Dokumentation für jedes Kind, viele Team- und verpflichtende Elterngespräche. Verhaltensauffälligkeiten müssen behandelt werden, Sprachförderung wird auch bei vielen deutschen Kindern immer wichtiger. Längst tragen alle Kräfte in einem Team für diese Aufgaben gemeinsame Verantwortung.

Doch trotz sprudelnder Steuereinnahmen haben die öffentlichen Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde wieder kein Angebot gemacht, sondern verlangen sogar drastische Kürzungen bei der VBL-Betriebsrente. Eine Provokation!

90 Prozent der ErzieherInnen erhalten erst im vierten Ausbildungsjahr einen Lohn, vorher müssen sie den Eltern auf der Tasche liegen. Ihre Einstufung im ersten Berufsjahr ist sehr unterschiedlich: In Tübingen liegt sie in städtischen Kitas generell in die Stufe 6, in Rottenburg nur in Stufe 4. Rottenburg "erspart sich" damit jährlich 500.000 Euro. Während protestantische Kitas die Spaltung in Erst- und Zweitkräfte längst beseitigt haben und generell mit S 6 einstellen, wird in katholischen Kitas sogar nur in Stufe 3 eingestellt. 60 Prozent der Erzieherinnen müssen in Teilzeit arbeiten, obwohl viele gern eine volle Stelle hätten. Von diesem Lohn kann man keine Familie gründen, Altersarmut ist absehbar. Laut der DGB-Studie "Familienernährerinnen" ist die Frau inzwischen in jedem vierten Mehrpersonenhaushalt die Haupternährerin. So wie die Erzieherin Sabine Knapp, 45 Jahre, drei Kinder, die in Vollzeit 2.195 Euro brutto verdient. Davon müssen fünf Personen leben. Mit diesen Niedriglöhnen in Sozialberufen muss Schluss sein: An ausreichend Stellen und angemessener Bezahlung zeigt sich, was uns Erziehung wert ist!

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