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Nachrichten aus dem Kreisverband

Foto: Alexander Gonschior
Dr. Emanuel Peter

Dr. Emanuel Peter

Erzieherinnen ausbilden

Seit Monaten klagt der Gesamtelternbeirat aller Kitas in Rottenburg über häufigen Personalwechsel, schlechte Bezahlung von Erzieherinnen und Kürzung der Öffnungszeiten wie neulich in St. Michael. "Sämtliche Städte und Gemeinden in der Umgebung von Rottenburg (unter anderem Tübingen, Bodelshausen, Haigerloch, Horb, Nagold, Herrenberg, Ammerbuch) bezahlen pädagogische Fachkräfte (ehemals Zweitkräfte) besser als in Rottenburg."

Der Zweckverband Katholische Kindergärten im Dekanat Rottenburg als Träger von 18 Kitas in unserer Stadt fordert die Eingruppierung der pädagogischen Fachkräfte nach S8a und die Aufhebung der unsinnigen Trennung von Gruppenleitung und Zweitkräften. Aber Rottenburgs Stadtspitze kennt angeblich keinen Personalmangel! Vor sechs Jahren leugnete sie, dass wir südlich des Neckars überhaupt neue Kita-Gruppen brauchen. Jetzt werden sechs weitere eingerichtet (DHL-Gelände, St. Remigius). Dafür braucht es mehr Fachkräfte und einen Blick über den Tellerrand.

Bundesweit fehlen laut Institut der deutschen Wirtschaft aktuell 273000 Kita-Plätze - mit steigender Tendenz. Denn die Kinderzahl ist erfreulicherweise innerhalb von fünf Jahren um eine halbe Million gestiegen, besonders die der Unter-Drei-Jährigen mit 330000 Kindern. Sie kommen jetzt in die Krippen, dann in Kitas und Schulen. Wir brauchen mehr als sechs mickrige Stellen für Auszubildende in der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA). Dort werden sie vom ersten Tag an und nicht erst im vierten Praxisjahr bezahlt. Diese Fachkräfte leiten unsere Kinder auf ihrem Weg ins Leben und realisieren ihr Recht auf Bildung. In unseren Nachbarländern werden sie deshalb auch finanziell so hochgeschätzt wie Lehrkräfte an Grundschulen.

Die Stadt trägt eine Gesamtverantwortung für die Betreuung aller Kinder - auch bei nicht-städtischen Trägern: "Bessere Kita-Qualität und Gebührenfreiheit - ja, bitte!" (GEW) Mehr PIA-Stellen, mehr Anleitungszeit dafür und Bezahlung als Fachkraft sind entscheidende Schritte.