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Nachrichten aus dem Kreisverband

Das Waldhorn erhalten

Artikel der Rubrik Rathausrunde des schwäbischen Tagblattes von Christian Hörbürger, Gemeinderat der Stadt Rottenburg, DIE LINKE:

Als Die Linke im Gemeinderat Anfang September in einer Pressemitteilung bat, die Verwaltungsspitze möge prüfen, ob das ehemalige Adelspalais in der Königsstraße 12 ("Waldhorn") angekauft werden könne, da die Erbengemeinschaft, in deren Besitz das stattliche Gebäude ist, dieses Kleinod verkaufen möchte, da reagierte Finanzbürgermeister Derbogen blitzschnell, vielleicht zu schnell. Er ließ in der Presse lakonisch mitteilen: "Die Stadt hat kein Interesse am Erwerb des ehemaligen Gasthofs Waldhorn". Basta. Mir kaufet nix!

Wie dieses (sanierungsbedürftige) Schmuckstück mit seinem weit über die Landesgrenzen hinweg bekannten Programmkino und seiner Kabarettbühne weiter zu fördern sei, das wurde nie geprüft, seriöse Nutzungsmöglichkeiten nie in Erwägung gezogen. Dabei wäre es ein großer Glücksfall, wenn die Stadt dieses Gebäude auf der Filet-Meile der Königsstraße unter eigene Regie nehmen und dabei ein mittelfristiges Konzept entwickeln würde. In der Altstadtsatzung heißt es hierzu: "Die Identität des heutigen Altstadtbildes als Abbild der baugeschichtlichen Entwicklung Rottenburgs zu prägen, soll die Altstadtsatzung dieChance wahren, das historische Stadtbild und Straßenbild eines zusammenhängenden Altstadtgefüges für die Zukunft beizubehalten."

Es liegt auf der Hand, dass den hohen denkmalpflegerischen Ansprüchen ein privater Investor kaum nachkommen kann. Nur die Stadt Rottenburg in ihrer urbanen und kulturellen Verantwortung könnte ein solches Projekt stemmen und hätte die notwendige Erfahrung hierfür. Der Kaufpreis ist im Hinblick auf die laufenden Mieteinnahmen zweitrangig. Über die Nutzungsmöglichkeiten ist in großer Ruhe und Gelassenheit nachzudenken. Nur eines wäre ganz sicher: Das Kino Waldhorn ist seiner Bedeutung wegen zu erhalten oder einer räumlichen Erweiterung zuzuführen.

 

Es geht nicht an, dass die Stadt Rottenburg in dieser bedeutsamen Frage die Augen schließt und nur ihr Njet verkündet, ohne sich der städtischen Verantwortung zu stellen. Es gilt diese Perle in kommunale Obhut zu überführen. Das Waldhorn ist keine DHL-Brache mit ungewisser Zukunft, sondern ein Diamant, den es zu polieren, ein Aschenputtel, das es zu entzaubern gilt.


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