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Nachrichten aus dem Kreisverband

Jan Bleckert, Linke-Stadtrat

Breiter Protest gegen "Cyber Valley"

Seit einigen Monaten wird ein breiter Protest gegen den Projektausbau des "Cyber Valley" in der Region Tübingen auf die Straße getragen. Was ist an der größten Forschungskooperation im Bereich Künstliche Intelligenz zu kritisieren? Schaut man auf die Homepage des Forschungsvorhabens, finden sich neben der Universität, der Max-Planck-Gesellschaft und dem Land Baden-Württemberg eine Menge Unternehmen, welche die Forschungskooperation finanziell mit mehreren Millionen Euro unterstützten. Unter diesen finanzierenden Unternehmen finden sich Größen wie Amazon und die ZF Friedrichshafen AG.

Schon allein aus diesen oben angeführten Punkten lässt sich eine Menge Kritik, wie zum Beispiel die weitere Zersetzung der Wissenschaftsfreiheit durch die interessengeleitete Forschung der Wirtschaft, die Forschung zu militärischen Zwecken und die Förderung der Forschung immer weitreichender Überwachungstechnologien sowie die Beschäftigungsbedingungen der sich beteiligenden Unternehmen und die bisher fehlende übernommene gesellschaftliche Verantwortung der Akteure, anbringen.

Es muss auch eine umfassende Zivilklausel auf das Cyber Valley angewendet und eine sehr gute Transparenz über die wissenschaftlichen Vorhaben hergestellt werden. Denn wenn hier Unternehmen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und Kooperationen eingegangen werden, dann hat die Gesellschaft ein Recht zu erfahren, mit wem sie kooperieren, was gemacht wird und wie viel Geld fließt. Auch muss ein verpflichtender ethischer Rahmen gelegt werden. Denn Unternehmen wie Amazon müssen leider ihre sozialen und gesellschaftlichen Verantwortungen immer wieder vor Augen geführt werden.

Mit Blick auf die Besetzungen des Kupferbaus der Universität Tübingen und zweier leerstehender Immobilien in Tübingen müssen die Auswirkungen auf den bereits stark angespannten Wohnungsmarkt in Tübingen durch das Cyber Valley mehr beleuchtet werden. Die Stadt Tübingen hat in den vergangenen Jahren nicht annähernd den durch Zuzug benötigten Wohnraum geschaffen. Das Vorhaben wird den Druck auf den Wohnungsmarkt somit ebenfalls noch erhöhen. Unterm Strich ist zu erwarten, dass die neuen Arbeitskräfte die Nachfrage nach hochpreisigem Wohnraum erhöhen, da sie überdurchschnittlich einkommensstark sind.