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Nachrichten aus dem Kreisverband

Dr. Emanuel Peter, Linke-Stadtrat, Rottenburg

Bildung ist Grundrecht ab der Kita

Der Caritasverband der Diözese Rottenburg schlägt Alarm: „358.000 arme Kinder im Musterländle sind ein Skandal“. Er weist darauf hin, dass bei uns inzwischen jedes fünfte Kind in Armut aufwächst und Kinderarmut immer Elternarmut bedeutet. Kein Wunder: 3,7 Mio. Beschäftigte verdienen weniger als 2.000 Euro brutto, die Dreiklassengesellschaft von Stammbelegschaft, Zeitarbeitern und Werkverträglern bei Daimler spricht Bände. Betriebe ohne Tarifvertrag zahlen nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn, damit auch 2019 über 50 Milliarden als Aktiengewinne ausgezahlt werden.

Die soziale Herkunft bestimmt immer noch die Bildungschancen, das Armutsrisiko ohne Hauptschulabschluss liegt bei 41 Prozent: „Hierdurch wird Armutsgefährdung vererbt.“ (Caritas) Der Hartz IV-Regelsatz 2018 für Kinder (0-17 Jahre) sieht für Bildung zwischen 22 und 72 Cent vor – monatlich! Seit Jahren fordern die Wohlfahrtsverbände eine elternunabhängige Grundsicherung von 500 Euro. Auf kommunaler Ebene besteht Gebührenfreiheit für Kitas in Künzelsau, Keltern, Mannheim, Heilbronn und in fünf Bundesländern - Rottenburg hinkt hinterher. Wegen angeblich „knapper Ressourcen“ verweigert OB Neher konkrete Sofortmaßnahmen und will in einem Arbeitskreis eine Sozialstatistik erheben. Statt die strukturellen Ursachen anzupacken, sollen nur Einzelne Unterstützung erhalten. Doch gebührenfreie Bildung ist ein Grundrecht für jeden: Das Wegducken der Stadt setzt den Skandal fort. Wer Kindern keine Zukunft gibt, hat selbst keine!