Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Nachrichten aus dem Kreisverband

Foto: Alexander Gonschior
Gerlinde Strasdeit

Gerlinde Strasdeit, Linke-Stadträtin

Aktionsplan für Gleichstellung

Das Lernprojekt Berghof in Lustnau ist für chancenarme Jugendliche ein wichtiges Angebot, um berufliche Perspektiven zu finden. Die landwirtschaftliche Zukunftswerkstatt wird von der Bürgerstiftung unterstützt und braucht städtische Förderung. Sowas muss in Coronazeiten voll weiterlaufen. Im Nachtragshaushalt der Stadt Tübingen soll es laut OB Palmer keine Einschnitte bei Investitionen und sozialen Leistungen geben. Diese Haltung unterstützen wir. Gleichzeitig drängen wir darauf, dass zu Beginn des neuen Schuljahres mehr getan wird für Kitas und Schulen.

Die Rückkehr zum Regelbetrieb erfordert mehr Erzieher*innen in Kitas und mehr Lehrkräfte in Schulen. Die Lehramtsausbildung deckt seit Jahren nicht den Bedarf. Der Gesamtelternbeirat der Tübinger Kitas fordert zu Recht Betreuungszeiten über das Grundangebot hinaus. Die Personalschlüssel müssen an die Coronabedingungen angepasst werden, um den pädagogischen Standard zu halten. In den Kitas fehlen Fachkräfte, weil in sozialen Berufen zu wenig bezahlt wird. Vor einigen Wochen noch wurden Pflegekräfte und Kassierer*innen beklatscht. Je näher die Tarifverhandlungen rücken, desto mehr sind sie wieder Kostenfaktoren. Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) weigert sich, das Personal in Pflegeeinrichtungen regelmäßig flächendeckend testen zu lassen. Das ist unverantwortlich. Er sollte abtreten. Gut, dass die Stadtverwaltung den Fehler ausgleicht und den Pflegebeschäftigten die Tests anbietet.

Die Corona-Krise hat das Thema Frauenrechte neu belebt. In Tübingen wird derzeit am „runden Tisch Gleichstellung“ ein kommunaler Aktionsplan gezimmert. Grundlage ist die EU-Charta für die Stärkung der Gleichstellung von Männern und Frauen und des Rechts von Frauen auf ein gewaltfreies Leben. Danke an die Gleichstellungsbeauftragte und ihr Team. Die Vereinbarkeit von Beruf und Kinder ist schon im „Normalbetrieb“ ein Spagat. Wir Linke fordern, was sich viele Menschen wünschen, die kein Homeoffice machen können: eine Vier-Tage-Woche. Erwerbsarbeit und Arbeitszeit müssen zum Leben und zu Kindern passen. Das gilt für alle, für wissenschaftlich Arbeitende an der Universität ebenso wie für die Wanderarbeiter*innen auf Baustellen, im Ernteeinsatz oder in Fleischfabriken. Gute Arbeitsbedingungen und auskömmliche Löhne auch im unteren Einkommensbereich machen eine solidarische Stadtgesellschaft erst möglich.