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Nachrichten aus dem Kreisverband

Foto: Alexander Gonschior
Dr. Emanuel Peter
Dr. Emanuel Peter

Emanuel Peter (Linke Rottenburg)

Ein großes Umdenken

Die letzte Rathausrunde unseres Rottenburger Stadtrats Emanuel Peter im Schwäbischen Tagblatt:

Überwältigende 81 Prozent stimmten für den Erhalt des Schlachthofs Rottenburg, bezogen auf die Gesamtzahl der Wahlberechtigten 27 Prozent, ein starker Denkzettel für die Verwaltungsspitze und die sie unterstützenden Fraktionen im Gemeinderat. Denkzettel für eine Missachtung der Bedürfnisse der Land- und Viehwirte, der Vermarkter von regional geschlachtetem Schlachtvieh, von Getreide auf unseren Feldern. Eine Missachtung auch einer rücksichtslosen Flächenversiegelung für Gewerbe, sei es auf dem Galgenfeld, auf dem Flugfeld Baisingen/Eutingen, dem Steinbruch Frommenhausen.

Hier muss ein großes Umdenken in der Verwaltung stattfinden: Unsere Lebensqualität hängt ab von einer Stärkung der regionalen (Bio-)Landwirtschaft, der Nahversorgung durch Bauernmärkte und Ortsläden. Und von einer Natur, die wir nachhaltig behandeln, um die Erderwärmung zu stoppen, die Vielfalt von Pflanzen und Tieren zu bewahren und die einen hohen Erholungswert für uns behalten muss.

Es sind viele Bereiche, die jetzt gemeinsam von Stadtverwaltung und Bürgerschaft im öffentlichen und konstruktiven Dialog angepackt werden müssen: Ein Zukunftskonzept für den Schlachthof, zusätzliche Flächen für Getreidelagerung (Rebio), keine Erweiterung des Steinbruchs Frommenhausen und des Bischoffsees auf Kosten von Ackerflächen, Wald und Naturschutz. Insgesamt brauchen wir eine bessere Wertschätzung für Erzeugung, Lagerung und Vermarktung regionaler Lebensmittel. Ein in sich stimmiges Konzept, dessen einzelne Bereiche wie ein Kreislauf ineinandergreifen.

Für alle muss gute Lebensqualität bezahlbar sein, das gilt für Wohnungen, Gesundheit, Pflege, Kita, Energie und Lebensmittel. Wenn ein Drittel der Beschäftigten in Rottenburg nur Niedriglöhne erhält, schadet das ihnen und ihren Familien sowie der Entwicklung unserer ganzen Stadt. Untere Einkommensbezieher, auch bei der Stadt, sind besonders vor der Inflation zu schützen. Diese beginnt mit der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, darauf gehört sie ganz abgeschafft!