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Schon wieder ein Toter durch Polizeieinsatz in Mannheim

LandespolitikPressemitteilung

Verstörende Videoszenen zeigen die letzten Minuten im Leben eine 49-Jährigen Mannheimers. Am 23. Dezember stehen sich in Mannheim auf der Schönau ein Mann in psychischer Ausnahmesituation und Polizisten mit gezogener Schusswaffe gegenüber. Der Mann hält ein Messer in den Händen und bewegt sich auf die Beamten zu. Diese geben vier Schüsse ab und treffen den Mann tödlich.

Nach dem 2. Mai und dem 10. Mai 2022 ist also schon wieder ein Toter nach einem Polizeieinsatz zu beklagen. Die Initiative Zweiter Mai die sich für die Aufklärung und Erinnerung des Falls der tödlichen Polizeigewalt am Marktplatz einsetzt, ruft am 30.12 um 15 Uhr zu einer Kundgebung am Plankenkopf auf.      

Die Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut, die Fraktion LI.PAR.Tie und der Kreisverband DIE LINKE Mannheim unterstützen dieses Anliegen, rufen zur Teilnahme auf und fordern die Aufklärung des Einsatzes am 23.12 und Konzepte, um solche Tragödien in Zukunft zu verhindern.

Dazu die Abgeordnete Akbulut: „Es ist kaum zu ertragen, dass schon wieder ein Polizeieinsatz in Mannheim einem Menschen das Leben gekostet hat. Die Forderungen, die nach dem 2. Mai 2022 erhoben worden sind, sind traurigerweise nicht im Ansatz umgesetzt worden. Damlas war sich die Zivilgesellschaft einig, dass schnelle Aufklärung, unabhängige Beschwerdestellen und die Untersuchung und Behebung von strukturellen Defiziten bei der polizeilichen Ausbildung im Umgang zum Beispiel mit psychisch erkrankten Menschen notwendig sind. Nichts davon wurde angegangen oder umgesetzt. So sitzt die Angst tief, dass sich solche Tragödien wiederholen.“   

Dennis Ulas als Fraktionsvorsitzender von LI.PAR.Tie. im Gemeinderat ergänzt: „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, denen ein geliebter Mensch genommen wurde. Hätte die Polizei anders reagiert, hätte er noch am Leben sein können. Als Stadtgesellschaft müssen wir nun alles dafür tun, dass sich so etwas nicht wiederholt. Die tödlichen Polizeieinsätze der vergangenen Monate müssen schnell und lückenlos aufgeklärt werden und das Vorgehen der Polizei in solchen Situationen muss sich ändern. Denn viele Menschen fühlen sich vor der Polizei nicht mehr sicher.“

Isabell Fuhrmann als Sprecherin der LINKEN Mannheim ruft die Zivilgesellschaft dazu auf gegen Polizeigewalt Flagge zu zeigen und die Kundgebungen und Aktionen der Initiative Zweiter Mai zu unterstützen: „Gerade die schleppende Aufklärung in Bezug auf den tödlichen Polizeieinsatz am 2. Mai 2022 zeigen, wie wichtig es ist, den Druck auf die Behörden aufrecht zu erhalten. Auf Ermittlungen, welche die Polizei gegen sich selbst führt, dürfen wir uns nicht blind verlassen. Wir müssen den Verantwortlichen klar machen, dass wir genau hinschauen und nicht vergessen.“