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Nachrichten aus dem Kreisverband

Gitta Rosenkranz, Linke-Stadträtin

Prima Klima?!

Streik ist ein grundlegendes Recht im Arbeitskampf. An erster Stelle stehen immer Verhandlungen mit dem Ziel, eine gütliche Einigung beider Verhandlungspartner zu erreichen.

Aktuell ist dies bei den Busfahrer(inne)n und ihren Arbeitgeber(inne)n gescheitert. Warnstreiks und intensive Verhandlungen haben zu keiner Einigung geführt. Es wird eine Urabstimmung geben, mit einem unbefristeten Streik der Busfahrer/innen ist zu rechnen. Der Service, den wir alle in Tübingen gewöhnt sind, wird erst mal wegfallen. Dies ist für jeden und jede Nutzer/in des ÖPNV ärgerlich. Besonders für diejenigen, die keine wirkliche Alternative haben. Der persönliche Ärger ist verständlich.

Doch die Busfahrer/innen streiken nicht für Luxusbedingungen und nicht aus egoistischen Gründen. Sie kämpfen für mehr Lohn, um die steigenden Lebenshaltungskosten, gerade in Tübingen, bezahlen zu können. Die drohende Altersarmut durch zu wenig Renteneinzahlung möchten sie vermeiden. Nach einem langen Arbeitsleben eine Rente zu bekommen, die knapp über der Grundsicherung liegt, ist keine Perspektive.

Busfahrer/innen, die uns täglich von A nach B bringen, dies zu jeder Tages- und Nachtzeit, haben einen verantwortungsvollen und anstrengenden Beruf. Ein Moment der Unaufmerksamkeit kann katastrophale Folgen haben. Sie müssen, und das im Schichtdienst, die Fahrgäste im Auge behalten, Verkehrsteilnehmer/innen, die es mit der STVO nicht so eng sehen ebenfalls, und gleichzeitig als Dienstleister/innen freundlich und zuvorkommend sein. Viele von ihnen können auf ihren Routen stundenlang keine Toilettenpausen einlegen. Schichten dauern oft 10 bis 12 Stunden, nicht alle Stunden sind bezahlt.

Die Stadtgesellschaft sollte hinter dem Streik der Busfahrer/innen stehen. Nicht nur, dass sie uns täglich befördern, leisten sie doch einen wichtigen Beitrag zum Klima. Ohne den ÖPNV wäre die Schadstoffemission viel höher, Tübingen wäre ein einziges Verkehrschaos. Gerade eine grüne Stadt wie Tübingen, die viel auf ihr gutes Klima gibt, sollte den Streik mittragen. Auch wenn wir durch das fehlende Angebot des ÖPNV in unseremAlltag ausgebremst werden. Zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik gehören auch faire Arbeitsbedingungen für unsere Busfahrer/innen.