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Nachrichten aus dem Kreisverband

Foto: Alexander Gonschior
Dr. Emanuel Peter, Linke-Stadtrat, Rottenburg

Dr. Emanuel Peter, Linke-Stadtrat, Rottenburg

Heldinnen des Alltags

Kassiererinnen in Supermärkten, Zusteller von Post und Paketen, Beschäftigte in Bäckereien, vor allem aber in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Arztpraxen – sie sind mehrheitlich Frauen, häufig in Teilzeitarbeit oder in geteilten Diensten. Alle werden angesichts der Corona-Risiken zu Recht als Alltagsheldinnen gelobt. Denn diese Krise bringt die echten Werte und die wahren Leistungsträgerinnen unserer Gesellschaft ans Licht. Zusammen mit den dreifach belasteten Frauen (Arbeit, Haushalt und Kindererziehung) sind sie es, die unsere Gesellschaft „am Laufen halten“, nicht die Handvoll Milliardäre in ihrer abgeschotteten Parallelgesellschaft, deren Reichtum nichts mit „Leistung“ zu tun hat.

Es kommt jetzt darauf da, dass wir aus vergangenen Fehlern lernen, die Gesellschaft neu denken und organisieren. Alltagsheldinnen dürfen nicht mit einem bloßen „Danke“ und einer „Heldenbox“ abgespeist werden. Für ihre systemrelevante Leistung, die sie täglich erbringen, ist eine deutliche und dauerhafte Erhöhung ihres Einkommens nötig. Das Kurzarbeitergeld ist sofort auf 80/ 87 Prozent zu erhöhen. Das stärkt die Massenkaufkraft und die Binnenwirtschaft. Wer in der Krise über Nacht Milliarden für Konzerne locker macht, kann auch die Kita-Gebühren für die Eltern streichen. 700 Mio. Euro im Landeshaushalt sind für eine Erziehung unserer Kinder gut angelegt. Für unsere Ernährung brauchen wir eine naturschonende Landwirtschaft mit regionalen Bauernmärkten und einem Schlachthof statt Discounter-Food mit langen Lieferketten und hohem Co2-Verbrauch.

Diese Krise wirft viele Fragen auf: Wie muss in Zukunft unser Gesundheitssystem mit ausreichend Beschäftigten, Betten und Ausstattung im Vorrat aussehen? Wie werden wir mit älteren Menschen umgehen? Wie schaffen wir es, die Umweltzerstörung zu verringern, die zur Ausbreitung von Pandemien beiträgt? Antworten können wir nur gemeinsam als ganze Stadt erarbeiten. Dazu ist auch in Rottenburg eine lebendige, uneingeschränkte Demokratie überlebenswichtig.